Dienstag, 30. September 2008

sprachlos?

my spanish sucks! diesen satz denke ich ungefähr tausend mal am tag. ich weiß garnicht mehr, wie das in amerika war, aber 6 jahre schulenglisch kann man kaum mit 8 wochen intensivkurs spanisch (und das noch über ein jahr verteilt) vergleichen. mein spanisch reicht, um mich so durch den alltag zu schlagen, zum einkaufen, essen bestellen und so weiter. außerdem habe ich ganz tourimäßig immer mein mini-spanischwörterbuch bei mir. aber für alles weitere... ich sag mal vorsichtig: da wird es schwierig. es ist ziemlich frustrierend, wenn einem ständig die vokabeln fehlen, um auszudrücken, was man sagen will. :-( hier in der wg haben wir am anfang nur englisch gesprochen. zum einleben und kennenlernen war das auch super. jetzt sprechen wir viel spanisch, vor allen dingen natürlich juan. das spanisch von miriam, constance und mir ist sicherlich für außenstehende sehr amüsant. für uns oftmals auch... es wird viel gekichert und gelacht. wir sprechen so gut wir können spanisch und werfen dann oft englische begriffe ein. wenn es garnicht mehr geht, gerne auch mal italienische, französische und deutsche wörter, um zu schauen, ob die anderen vielleicht verstehen, was man meint. sehr lustig ist auch, wenn man bei diesem ganzen sprachenmix ganz unbewusst einfach in der muttersprache redet oder aber auch mit leuten aus dem eigenen land plötzlich anfängt englisch zu sprechen... es ist ein chaos. aber ein lustiges. mein englisch ist das beste von uns dreien (ich bin mittlerweile zu miriams lehrerin aufgestiegen), aber im spanischen hänge ich weit hinter den anderen beiden zurück. constance hatte spanisch in der schule, irgendwie so 6 jahre lang glaube ich. und miriam hat immer mal wieder sprachkurse gemacht, ca. 8 jahre lang. und natürlich sind französisch und besonders italienisch viel näher am spanischen dran als deutsch. aber das wird schon werden. donnerstag ist die anmeldung für den spanischkurs an der uni (2 mal die woche). da werde ich wohl mal ganz zeitig aufstehen, um noch einen platz zu bekommen. und dann fange ich hoffentlich auch bald mal an, bei den ganzen zeitformen durchzusteigen. da sag nochmal einer, deutsch wäre kompliziert. was die zeitformen betrifft, stimmt das definitiv nicht. aber wie auch immer, ich habe eine vision: wenn im märz das schöne leben hier vorbei ist, werde ich spanisch so einigermaßen drauf haben! ich sehe positiv in die zukunft...! :-)

Montag, 29. September 2008

zimmer gesucht!

nachdem ich mit stefan am samstag mittag angekommen war und wir uns zwei freie tage zur erkundung der stadt genommen hatten ging es montag mittag los mit der zimmersuche. es war unbeschreiblich frustrierend...:-(genau wie in den erasmusberichten beschrieben ist es einfach unglaublich, was hier so alles als "zimmer" angeboten wird. und zu was für preisen! für 6m² ohne fenster und ohne heizung (aber mit bett...) kann man hier ziemlich leicht 450€ ausgeben. meistens ist besuch nicht erwünscht oder man bezahlt dann 15€ pro person pro nacht. und wenn dann mal ein zimmer doch ganz cool ist, finden das natürlich auch tausend andere erasmusstudenten und zimmersuchende. man trägt sich in eine liste ein - und meistens hört man nie wieder was von den vermietenden. oder sie wollen sich erst noch 5 tagen entscheiden. oder das zimmer ist erst ende des monats frei. oder oder oder... wie gesagt, es war frustrierend. ich hatte zwar einiges erwartet, aber das nicht. samstag morgen nach dem wachwerden konnte ich wütend und fertig eine träne nicht mehr unterdrücken. ich wollte nicht mehr in das schäbige internetcafé um die ecke, ich wollte nicht mehr tausende telefonanrufe machen und dann von einer besichtigung zur nächsten hetzen.. :-( aber es gab ja keine alternative. und siehe da, samstagabend hatte ich dann das glück, dass man hier zur zimmersuche braucht. mein neues zuhause war gefunden. :-) eigentlich habe ich es mehr stefan zu verdanken, dass ich hier eingezogen bin. er war von anfang an begeistert. er fand die wohnküche großartig.















ich war mir erst garnicht so sicher, aber juan (der wohnungsbesitzer) hat mir sofort den schlüssel angeboten und ich konnte am nächsten tag einziehen. das zimmer hat ein fenster, ist für madrider verhältnisse groß und in top lage mitten im zentrum. für das alles ist auch der preis sehr gut, der aber trotzdem weit über meiner mir gesetzten grenze liegt... =/ in berlin haben wir es wirklich gut! aber gut, grenzen sind ja auch da, um verschoben zu werden. das zimmer war am anfang saudreckig und ziemlich ungemütlich und kalt. leider habe ich keine "vorher" fotos. aber nach einem putztag, 150€ bei ikea und ein paar umräum- und aufräumarbeiten hab ich mir mein zuhause in madrid geschaffen.







ansonsten ist die wohnung ziemlich schräg. juan, der besitzer, ist erfinder und alles hier ist sehr künstlerisch angehaucht. aber die atmsophäre ist irgendwie cool. im etepetete madrid ist das hier sehr erfrischend. :-) wir haben unseren eigenen eingang und die wohnung geht über zwei etagen. irgendwie ist an allem etwas kaputt, aber es funtioniert trotzdem. improvisation ist alles! juan, der auch mit hier wohnt, ist eine echte diva (erfinder eben...) und manchmal sehr anstrengend. aber er ist gebürtiger madrilene und kennt all die geheimtipps. wir waren auch schon mit ihm aus - überall freier eintritt natürlich. :-) und ich habe eine sehr nette italienische mitbewohnerin. miriam war am anfang auch mit ihrem freund hier und wir hatten sehr nette abende zu viert (mit stefan noch). wir verstehen uns sehr gut und teilen die freuden und leiden dieser wohnung, dieses vermieters, dieser stadt und dieser situation.















außerdem wohnen noch zwei jungs hier. den einen habe ich noch nie gesehen, weil er seit einem monat auf reisen ist. er soll aber angeblich morgen zurückkommen. der andere ist isländer und er redet nicht viel (eines der wenigen worte, die er je gesagt hat, war "fuckbuddy" - die geschichte erzähle ich sicher auch nochmal - und seitdem nennen miriam und ich ihn so). er zieht aber morgen aus, deswegen haben miriam und ich vorgestern eine neue mitbewohnerin gesucht. juan ist es egal, wer hier einzieht, deshalb hat er uns freie hand gelassen. nur ein mädchen sollte es sein. also zieht mittwoch constance aus frankreich hier ein. ich glaube, sie wird gut zu uns passen. :-)

wie es manchmal so geht...

heute war ich auf dem weg zum erasmusbüro der medizinischen fakultät (nicht, dass sich der weg gelohnt hätte, aber dazu ein anderes mal mehr...) und saß ganz friedlich auf dem u-bahnhof. hier laufen in den u-bahnhöfen manchmal auf einer leinwand berichte über die neuesten nachrichten aus aller welt. und dann passiert es: es kommt ein bericht über den berlinmarathon. sie erzählen, wer gewonnen hat und wie schön die strecke ist und zeigen die schönsten sehenswürdigkeiten von berlin. und mir schießen doch glatt die tränen in die augen... ich finde madrid wirklich toll und so langsam fühle ich mich richtig wohl hier. mein zimmer hab ich mir auch so nach und nach zu meiner kleinen gemütlichen "höhle" hergerichtet. aber zu hause bleibt eben doch immer zu hause...
dafür hab ich mich nach der pleite in der uni dann mit einem bummel durch meinen lieblingsbezirk (chueca-das schwulenviertel madrids) getröstet. und doch fatalerweise einen mango-outletstore entdeckt... sowas gehört definitiv zum wissen der gefährlichen sorte! womit meine entdeckung geendet hat, brauche ich ja wohl nicht zu erwähnen... ;-)

hallo ihr lieben!

ich bin jetzt seit 3 wochen in madrid und endlich habe ich es geschafft, mir einen blog einzurichten. wie immer war ich etwas langsam, aber besser später als nie... ;-) und es sind einfach schon so viele dinge passiert, die es wert sind, berichtet zu werden... das werde ich die nächsten tage so langsam nachholen und euch damit ein bisschen an meinem leben hier teilhaben lassen. so spare ich mir die berühmt-berüchtigten rundmails, die einige von euch ja vielleicht noch aus amerika kennen. seitdem ist viel passiert - deshalb also bei diesem abenteuer der moderne weg der berichterstattung. :-)