Donnerstag, 22. Januar 2009
arzt gesucht
ich war schon seit jahren zu nichts anderem mehr beim arzt als vorsorgeuntersuchungen. also kann ich mit fug und recht behaupten, mich bester gesundheit zu erfreuen. und die paar erkältungen ab und an kriegt man ja auch alleine in den griff... aber natürlich: ausgerechnet hier in spanien muss mich eine erkältung der übelsten sorte befallen. und nachdem mir heute morgen dann auch noch das rechte ohr wehtat und ich eigentlich nur noch auf links was höre, habe ich beschlossen, doch mal einen arzt aufzusuchen und mir ein antibiotikum verschreiben zu lassen. mit so einer aufgestiegenen mittelohrentzündung will ich mich garnicht erst anfreunden... leider stellte sich das mit dem arztbesuch als ziemlich schwierig umzusetzende idee heraus. im ersten "centro de salud" wollte man mich nicht anmelden, weil ich nicht im einzugsgebiet wohne (was total lächerlich ist, weil ich in marid sowieso nicht gemeldet bin, also mit meiner fredersdorfer adresse in keinem einzugsgebiet irgendeines "centros de salud" wohne...). aber als gast in einem fremden land bemüht man sich ja, den regeln zu folgen, auch wenn einem der schädel mächtig brummt. also ließ ich mir die adresse des richtigen "centros" geben und ließ mir auch versichern, dass man mich dort ganz bestimmt behandeln würde. also gings zurück in die richtung, aus der ich gekommen war und noch ein gutes stück weiter. aber - man ahnt es schon - auch im richtigen "centro" wollte man mich nicht aufnehmen. deutschland ist zwar wie spanien eu-mitglied, was aber noch lange nicht heißt, dass man als deutscher das öffentliche gesundheitssystem spaniens beanspruchen darf. also verwies man mich weiter an ein privates ärztezentrum. das spannende daran war nur, dass mir niemand sagen konnte, wo sich denn so ein privates zentrum befindet. aber freundlich wurde mir versichert, dass das bestimmt im internet zu rauszufinden ist... ziemlich entnervt gab ich also auf und marschierte zur nächsten apotheke. bei meinem praktikum der allgemeinmedizin (übrigens auch in einem "centro de salud") hatte ich nämlich mitbekommen, dass man hier anscheinend auch einfach so antibiotika in der apothe bekommt - obwohl das natürlich ohne rezept eigentlich verboten ist. aber einen versuch war es wert und siehe da: fünf minuten später und um 20 euro ärmer spatzierte ich mit einer packung amoxicillin und ibuprofen 600 aus der apotheke. ohne rezept, irgendwelche einnahmeanweisungen oder unverträglichkeitsnachfragen. ich bin natürlich froh, dass ich mir weitere doktorensucherei und rumgerenne erspart habe. aber da frag sich doch nochmal jemand, warum in spanien die prozentsätze der antibiotikaresistenten keime so unglaublich hoch sind...
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2 Kommentare:
...Da hat es sich doch endlich mal bezahlt gemacht, in Mibi soviel gelernt zu haben! :)
Ich wünsch dir eine gute Besserung und schicke dicke besos!
Arzt im Selbstversuch.
Da soll noch mal jemand über das gesundheitssystem in Deutschland meckern - bei Allem, was man trotzdem noch verbessern kann.
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