
ich hätte mich aber von diesem empfang nicht einlullen lassen sollen. nach der immatrikulation an der uni muss man sich nämlich auch noch in der medizinischen fakultät anmelden. und da ging der spaß dann los. als erstes hatte das erasmusbüro der medizinischen fakultät mal eben zwei wochen zu. mitten im september, eine zeit, in der so ungefähr alle erasmusstudenten in madrid eintrudeln. die erste aktion am morgen der "wiedereröffnung" war eine rundmail, dass anfragen nur noch bis 1. oktober bearbeitet werden und danach keinerlei studenplanänderungen oder dergleichen mehr möglich sind. wow. die damen sind gut drauf! als ich mich dann endlich dort anmelden konnte, erklärten sie mir natürlich, dass mein learning agreement (das ist so eine art wunschstundenplan, ein vertrag zwischen der heimatuni und der gastuni, der von beiden seiten bestätigt werden muss - damit man eben auch als erasmusstudent nicht einfach nur so rumhängt) auf gar keinen fall annehmbar ist. die kurse darf ich nach aussage der damen nicht belegen, weil hier alles über ein ganzen jahr geht und sie mich auf keinen fall für ein halbes jahr reinlassen wollen. (ich hab dann unerwähnt gelassen, dass philipp, ein mitstudent aus der charité, auch für ein halbes jahr in seine kurse gekommen ist...). aber ich kann an den sogenannten "rotaciónes" teilnehmen, sowas wie unterricht am krankenbett. das kann ich mir dann in berlin als blockpraktikum anrechnen lassen. praktischerweise muss ich dann auch keine prüfungen machen. ich habe also nicht umsonst das letzte semester so viel vorgearbeitet! :-) trotzdem musste ich mein learning agreement umschreiben, mit den fächern der praktika und von wann bis wann ich welches fach belegen will. gottseidank ist frau heller, die erasmuskoordinatorin in berlin, schon kummer und nervende studenten gewohnt und hat mein neues learning agreement fix und unkompliziert bestätigt und an das erasmusbüro hier gesendet. die sache hier war dann aber noch, dass die damen ein problem mit der zuordnung der krankenhäuser hatten. man kann sich hier ein krankenhaus aussuchen, an dem man alle seine vorlesungen und kurse hat. bis gestern abend um neun (!) war diese wahl aber nicht bestätigt, weil es ein "organisationsproblem" gab. gut, dass ich um zehn nochmal meine mails gecheckt habe und dann auch endlich wusste, in welchem krankenhaus ich heute sein musste. es ist die fundación jimenez díaz, ein krankenhaus mit einem privaten und einem öffentlichen teil. ziemlich interessant - die studenten machen auch gerne so ihre witze darüber...

sowas wie einen stundenplan habe ich aber nicht bekommen. nur eine vage ortsangabe, wo ich mich einfinden soll. aber eine zeit - fehlanzeige. vorbildlich, wie ich (manchmal) bin, war ich also um acht im krankenhaus und hab mich mühsam durchgefragt. das büro des lerhverantwortlichen hat dann auch schon um neun aufgemacht... :-( schlechtes timing, da um neun eigentlich schon die rotaciónes losgehen. wie auch immer, in dem büro saßen drei leute und niemand hatte auch nur den hauch einer ahnung, wo ich hinmusste. wenigstens konnte man mir dort sagen, dass ich dem 4. curso (entspricht in deutschland dem 3. und 4. klinischen semester) zugeordnet bin - eine information, die ich im erasmusoffice nicht bekommen konnte. nach und nach füllte sich das büro mit anderen studenten des 4. curso - und siehe da, es gab gar keine aufteilungspläne. die 40 studenten werden (ähnlich wie in berlin) in 3er- oder 4er-gruppen aufgeteilt für die dann jeweils ein arzt die verantwortung übernimmt. das ist dieses semester irgenwie untergegangen. also haben die studenten den plan vom letzten semester organisiert und sich dann selbst den kursen zugeteilt. und wir erasmusstudenten immer leicht desorientiert hinterher... das gute war: die leute hier sind wirklich unglaublich nett. fast alle haben sich vorgstellt und wir sind total schnell ins gespräch gekommen. und sie haben sich sehr lieb um uns gekümmert. grandios! :-) ich bin jetzt in der einzigen gruppe, in der 2 jungs sind (bei 40 studenten gibt es nur 2 jungs - diese verteilung ist wohl in ganz spanien ähnlich. die jungs gehen eher in die industriellen berufe.) - wirklich ganz zufällig. jede gruppe hat "ihren" erasmusstudenten bekommen. ich fange zwar jetzt mir einem ganz anderen praktikum an, als auf meinem learning agreement steht (wie gut, dass ich das fein säuberlich mit datum, von wann bis wann meine prktika jeweils gehen sollen, neu aufgeschrieben habe...) und ich habe auch einige praktika des 5. curso, von denen ich noch keine ahnung hab, wo die stattfinden, aber gut. erstmal einleben und dann sehe ich weiter. das gute ist, dass ich jetzt 4 wochen mit den selben leuten unterwegs bin - viel besser, als es die erasmusstudenten in berlin haben, die sich ständig an neue kursmitgliedergewöhnen müssen. heute ist das praktikum dann auch gleich mal ausgefallen, weil wir ja 3 stunden mit organisieren beschäftigt waren. wie miriam immer so schön sagt: "welcome in spain!". ;-) morgen muss ich zum hauptcampus um mich für den sprachkurs einzuschreiben. und freitag geht es dann hoffentlich richtig los! um ehrlich zu sein: ich freu mich drauf! :-)
ps: sollte ich mich je wieder über die organisation der charité aufregen, erinnert mich bitte dezent an mein semester in madrid... ;-)
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