Dienstag, 21. Oktober 2008

die stadt, die niemals schläft

ich weiß, den titel nimmt schon eine stadt auf der anderen seite der welt für sich in anspruch. ich war zwar noch nie in new york, aber aufregender und voller als hier können die nächte dort auch nicht sein. in madrid ist es ziemlich einfach, sich den abend zu vertreiben. wahrscheinlich ist das auch der grund, dass besonders am wochenende unglaublich viele menschen auf den straßen unterwegs sind. selbst nachts um drei ist hier noch mehr los, als auf dem alexanderplatz abends um sechs. wer in der innenstadt mit fenster zur straße hinaus wohnt, hat gelinde gesagt wirklich pech - wenn er schlafen will. aber einfach mit dem rest der stadt unterwegs sein ist sowieso schöner. :-) selbst die müllabfuhr wird hier erst abends aktiv (tagsüber ist auf den straßen auch so gut wie kein durchkommen...), so kann man schonmal nachts um eins von ihr geweckt werden (ich spreche hier aus erfahrung...).
so eine nacht in madrid gestaltet sich eigentlich ziemlich einfach. nach dem aufbrezeln (auf das aussehen wird hier wirklich unglaublich viel wert gelegt. ich sag nur: jungs, ihr hättet definitiv eure freude in den clubs. was die kleidung betrifft ist weniger hier definitiv mehr. was das makeup betrifft, ist es genau umgekehrt...;-)). startet man um zehn (frühestens) und trifft sich in einer bar, von der irgendwer gehört hat. dort gibts ein glas sangría oder tinto de verano (wein-limo-gemisch) oder eine caña (ein glas bier). und natürlich tapas, die im allgemeinen aber weniger aufregend sind, als wir uns das in deutschland vorstellen. oliven, schinkenhäppchen, belegte toasts, früchte, nüsse, frittierte meeresfrüchte... nicht so großartig, wie man immer denkt - aber ich finds trotzdem sehr lecker. kleine häppchen eben. man quatscht ein bisschen, unterhält sich mit dem barmann und beobachtet die leute. oftmals kommt man auch mit dem nebenmann ins gespräch. leute kennenlernen ist hier wirklich sehr einfach. besonders, wenn man sich auf englisch unterhält. aber selbst so wird man oft einfach angesprochen. die spanier lieben das reden, in bars besonders gerne ganz unverfänglich mit irgendwelchen fremden leuten. in der hinsicht sind sie definitiv lockerer als wir... macht eigentlich auch sehr viel spaß (und man sollte ja keine gelegenheit verpassen, sein spanisch aufzubessern...). :-) nach den drinks und den tapas gehts weiter in die nächste bar. das selbe spiel von vorne. vielleicht noch einmal umziehen. und dann irgendwann so gegen eins oder auch zwei gehts langsam los in einen club oder eine disco, von der auch wieder irgendwer gehört hat. man zahlt hier horrende eintrittspreise, aber meistens gibt es dafür ein oder zwei freigetränke. das muss natürlich ausgenutzt werden, also wird bis fünf oder sechs getanzt und gefeiert. wenn sich dann noch ein teil der gruppe aufraffen kann, gehts weiter zum churros con chocolate (ihr erinnert euch an die fotos weiter unten...?) essen und danach kann man zu hause fertig und zufrieden in sein bett fallen. bis zum nächsten abend... ;-)
so verbringen im übrigen nicht nur erasmusstudenten ihre wochenenden, sondern auch die "echten" madrilenen. der unterschied ist, dass erasmusstudenten auch während der woche zeit und muße für solche nächte haben. und: sie haben immer ihre kamera dabei... ;-)



























































1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

aha. "erasmus" also = "ein halbes jahr lang party machen" - sehr schön! :) viel spaß noch, schnegge!